PE-, HT- und KG-Rohr: Unterschiede der Abwasserleitungen Teil 2

In Teil 1 der Serie über die Abwasserleitungen und ihre Eigenschaften wurden KG-Rohre, die für Außenbereiche verwendet wurden, thematisiert. In diesem Abschnitt sollen Hochtemperaturrohre (HT), die im Inneren des Hauses verbaut werden beschrieben werden.

HT-Rohre als Abwasserleitungen für Innenbereiche

Entgegen des KG-Rohrs sind HT-Rohre, wie ihr Name schon sagt resistent gegen hohe Temperaturen. Bis zu einer Temperatur von 95° können diese Abwasserleitungen belastet werden, was nahezu kochendem Wasser entspricht. Die Zusammensetzung ist eine Polypropylen-Verbindung, was dieses Leitungssystem auch gegen Säuren, Basen und Salze unempfindlich macht.
HT-Rohre werden wegen ihrer Temperatureigenschaften im Inneren des Hauses eingesetzt, sodass heiße Flüssigkeiten, die in Küchen- oder Badezimmerabflüsse eingefüllt werden, keinen Schaden anrichten können.

Dimensionierung von HT-Abwasserleitungen

HT-Rohre werden in einer Dimensionierung von DN 32 bis DN 160 angeboten und sind in Längen von 150 bis 5000 mm erhältlich. Auch für HT-Abwasserleitungen gibt es vorgefertigte Bögen und Abzweige. Hier werden Gradzahlen von 15 bis 87,5 angeboten. Auch HT-Abwasserleitungen müssen in einem gewissen Gefälle verlegt werden. An Einfüllstellen, wie Badezimmern und Küchen geht man von etwa 1 cm auf einem Meter als Standardwert aus.
Vorgaben für die Anschlussgröße an Endstellen bestehen ebenfalls. An Toiletten muss die Dimensionierung der Abwasserleitungen DN 100 betragen. Für Dusche; Badewanne, Waschbecken und Spülanschlüsse reicht die Hälfte, also DN 50. Bei Urinalen und Bidets ist die Anschlussgröße sogar nur mit DN 40 festgelegt, da hier nur Flüssigkeiten abgeleitet werden.
Auch für die Entlüftung der Abwasserleitungen wird HT-Rohr benutzt.
Außerdem ist es möglich, mittels Adaptersystemen HT-Abwasserleitungen mit Guss- und Metallleitungen zu verbinden.