Gefahr durch Legionellen in der Kaltwasserführung

Bakterien im Trinkwasser
Bakterien im Trinkwasser © Gerard79 by stock.xchng

Die Legionellen-Bildung im Trinkwasser ist immer noch ein viel zu verschwiegenes Thema.
Sanitaer24.com erklärt, was genau eigentlich Legionellen sind, was sie bewirken und wo man sie antrifft.

Was Legionellen sind

Legionellen sind Sporen bildende Bakterien, die in die Kategorie der krankheitsverursachenden Bakterien gehören. Ihr Lebensraum ist das Wasser, indem sie sich unter den richtigen Bedingungen beliebig vermehren können. Die optimalen Bedingungen sind Süß- oder Salzwasser mit einer Temperatur von 25-50 °C. Frischwassernachspeisung und eine lange Verweilzeit potenzieren die Verbreitungsmöglichkeiten. Gerade in Systemen wie Warmwasseranlagen und Wasserspeichern finden Legionellen also die optimalen Lebensbedingungen vor. Von Ihnen wird die sogenannte Legionärskrankheit (Legionellose) hervorgerufen, die eine Lungenentzündung auslöst und im Extremfall lebensgefährlich verlaufen kann.

Lebensraum Trinkwasser für Legionellen

Wie bereits erwähnt, liegen die Lebensbedingungen für Legionellen in einem Bereich von 25-50 °C. Ab etwas 55 °C sterben die Legionellen allerdings schon wieder langsam ab, und Temperaturen jenseits der 60°C, wie es mittlerweile vorgesehener Standard in Warmwasserleitungen ist, haben die Legionellen kaum eine Chance zu überleben. Doch hier ist der wunde Punkt, denn auch Kaltwasserleitungen können unter Umständen betroffen sein.

Wo Legionellen am gefährlichsten sind

Probleme mit Legionellen entstehen vor allem da, wo nicht gefiltert wird und durch widrige Umstände die Optimaltemperaturen von rund 30 °C entstehen können. In vielen Fällen kann eine niedrige Kaltwassertemperatur nicht garantiert werden. Zum Beispiel, wenn Kaltwasserleitungen sich durch mangelnde Isolation, eine zu groß gewählte Dimension oder zu geringe Fließraten erwärmen. Hier können schnell Temperaturen weit jenseits der 20° C in den Leitungen entstehen. Auch bei der Altbausanierung ist auf den erhöhten Wärmeübergang zu achten.

Was gegen die Legionellenbildung getan werden kann

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu verhindern, dass Legionellen ein Nährboden gegeben wird. Zum Grundtonus gehört dabei eine fachgerechte Verbauung des Systems durch den Anlagenmechaniker.
Darüber hinaus sollte regelmäßig eine Untersuchung der Trinkwasserqualität stattfinden. Um auf der sicheren Seite zu sein, lassen sich bestimmte Filter einsetzen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Ultrafiltration, die die Legionellen mechanisch über eine Membrane filtert. Aber auch mit thermischer Desinfektion, durch kurzzeitiges Erhitzen ist eine Möglichkeit, die aber für den Haushalt kaum realisierbar ist und eher Großanlagen vorbehalten sein sollte. Eine dritte Methode wäre die chemische Lösung, die aber allenfalls für den Kurzeinsatz taugt.