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Gefahr durch Legionellen in der Kaltwasserführung

5. Oktober 2010 2 Kommentare
Bakterien im Trinkwasser

Bakterien im Trinkwasser © Gerard79 by stock.xchng

Die Legionellen-Bildung im Trinkwasser ist immer noch ein viel zu verschwiegenes Thema.
Sanitaer24.com erklärt, was genau eigentlich Legionellen sind, was sie bewirken und wo man sie antrifft.

Was Legionellen sind

Legionellen sind Sporen bildende Bakterien, die in die Kategorie der krankheitsverursachenden Bakterien gehören. Ihr Lebensraum ist das Wasser, indem sie sich unter den richtigen Bedingungen beliebig vermehren können. Die optimalen Bedingungen sind Süß- oder Salzwasser mit einer Temperatur von 25-50 °C. Frischwassernachspeisung und eine lange Verweilzeit potenzieren die Verbreitungsmöglichkeiten. Gerade in Systemen wie Warmwasseranlagen und Wasserspeichern finden Legionellen also die optimalen Lebensbedingungen vor. Von Ihnen wird die sogenannte Legionärskrankheit (Legionellose) hervorgerufen, die eine Lungenentzündung auslöst und im Extremfall lebensgefährlich verlaufen kann.

Lebensraum Trinkwasser für Legionellen

Wie bereits erwähnt, liegen die Lebensbedingungen für Legionellen in einem Bereich von 25-50 °C. Ab etwas 55 °C sterben die Legionellen allerdings schon wieder langsam ab, und Temperaturen jenseits der 60°C, wie es mittlerweile vorgesehener Standard in Warmwasserleitungen ist, haben die Legionellen kaum eine Chance zu überleben. Doch hier ist der wunde Punkt, denn auch Kaltwasserleitungen können unter Umständen betroffen sein.

Wo Legionellen am gefährlichsten sind

Probleme mit Legionellen entstehen vor allem da, wo nicht gefiltert wird und durch widrige Umstände die Optimaltemperaturen von rund 30 °C entstehen können. In vielen Fällen kann eine niedrige Kaltwassertemperatur nicht garantiert werden. Zum Beispiel, wenn Kaltwasserleitungen sich durch mangelnde Isolation, eine zu groß gewählte Dimension oder zu geringe Fließraten erwärmen. Hier können schnell Temperaturen weit jenseits der 20° C in den Leitungen entstehen. Auch bei der Altbausanierung ist auf den erhöhten Wärmeübergang zu achten.

Was gegen die Legionellenbildung getan werden kann

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu verhindern, dass Legionellen ein Nährboden gegeben wird. Zum Grundtonus gehört dabei eine fachgerechte Verbauung des Systems durch den Anlagenmechaniker.
Darüber hinaus sollte regelmäßig eine Untersuchung der Trinkwasserqualität stattfinden. Um auf der sicheren Seite zu sein, lassen sich bestimmte Filter einsetzen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Ultrafiltration, die die Legionellen mechanisch über eine Membrane filtert. Aber auch mit thermischer Desinfektion, durch kurzzeitiges Erhitzen ist eine Möglichkeit, die aber für den Haushalt kaum realisierbar ist und eher Großanlagen vorbehalten sein sollte. Eine dritte Methode wäre die chemische Lösung, die aber allenfalls für den Kurzeinsatz taugt.

2 Kommentare »

  • Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann schrieb:

    Die Deutsche Umwelt- und Gesundheits-Initiative dugi e.V. beschuldigte bereits Mitte letzten Jahres die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches DVGW e.V., die Deutsche Trinkwasserkommission TWK des Bundesgesundheitsministeriums beim Umweltbundesamt UBA und das UBA selbst wegen Beihilfe zur Lieferung von Trinkwasser mit Legionellen durch die Wasserversorgungsunternehmen infolge falscher bzw. unzureichender Regelsetzung in der Wasserversorgung bei der Trinkwasseraufbereitung zur Elimination von Legionellen und bei falscher bzw. unzureichender Regelsetzung zur Bekämpfung von Legionellen in Leitungsnetzen von privaten und öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern oder Altenheimen. Die Legionärskrankheit wird regelmäßig durch Trinkwassertröpfchen z.B. beim Duschen ausgelöst. Die Mensch zu Mensch Übertragung scheidet aus. Legionellen führen zu schweren Lungenentzündungen, in jedem 7. Fall mit Todesfolge.

    In Frage kommende Straftatbestände aus dem Strafgesetzbuch: § 222 Fahrlässige Tötung, § 223 Körperverletzung, § 224 Gefährliche Körperverletzung, § 227 Körperverletzung mit Todesfolge und § 229 Fahrlässige Körperverletzung.

    In Frage kommende Straftatbestände aus dem Infektionsschutzgesetz und der Trinkwasserverordnung: Wer als Unternehmer oder sonstiger Inhaber einer Wasserversorgungsanlage für den menschlichen Gebrauch, soweit daraus Wasser für die Öffentlichkeit bereitgestellt wird, vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Absatz 2 oder § 11 Absatz 3 der Trinkwasserverordnung Wasser als Wasser für den menschlichen Gebrauch über die zulässigen oder zulassbaren Ausnahmen hinaus abgibt oder anderen zur Verfügung stellt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handelt der Täter in diesen Fällen fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Im Trinkwasser dürfen Krankheitserreger nicht enthalten sein, die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit besorgen lassen.

    Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann

  • waterman211 schrieb:

    Herr Soddenmann schrieb, wie bereits hunderte Male in den verschiedensten Foren etc.:
    “Die Deutsche Umwelt- und Gesundheits-Initiative dugi e.V. beschuldigte bereits Mitte letzten Jahres die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches DVGW e.V., die Deutsche Trinkwasserkommission TWK des Bundesgesundheitsministeriums beim Umweltbundesamt UBA und das UBA selbst wegen Beihilfe zur Lieferung von Trinkwasser mit Legionellen durch die Wasserversorgungsunternehmen infolge falscher bzw. unzureichender Regelsetzung in der Wasserversorgung bei der Trinkwasseraufbereitung zur Elimination von Legionellen und bei falscher bzw. unzureichender Regelsetzung zur Bekämpfung von Legionellen in Leitungsnetzen von privaten und öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern oder Altenheimen.”
    Diese Darstellung ist unsinig, verquer und entbehrt jeder denkbaren Grundlage. Wer sich nämlich aufgefordert fühlt mitzudenken, wird erkennen, daß Bakterien wie Legionellae spec. oder Pseudomona aeruginosa in jedem Wasser vorkommen, jedoch in der Regel in unbedenklichen Konzentrationen. Lediglich wenn eine Trinkwasserinstallation nicht nach den einschlägigen Regeln der Technik geplant, errichtet (z.B. Heimwerker), betrieben (z.B. zu niedrige Temperaturen zwecks falscher Energieeinsparung) oder Instand gehalten wird, können die für Bakterien optimalen Lebens- und Vermehrungsbedingungen eintreten. Die Gefahr liegt weniger in der Aufbereitung der Wasserversorger oder in den entsprechenden verteilnetzen sondern viel eher in den Trinkwasserinstallationen in den Gebäuden.
    Ich würde mir von Herrn Soddenmann und seinem selbst gegründeten Verein ein wenig mehr Sachlichkeit wünschen.

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